Rennradfahren in Zadar - basecampas.at
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Rennradfahren in Zadar

Gemeinsam einsam düse ich mit meiner Mama in meinem Skoda Roomster die Autobahn entlang Richtung Zadar in Kroatien zum Rennradfahren. Gemeinsam einsam deshalb, weil wir fast an einer Hand abzählen können, wie vielen Autos wir auf derselben Spur seit der kroatischen Grenze begegnet sind. Was wir noch nicht wissen: So ähnlich wird es uns auch mit dem Rennrad rund um Zadar gehen. Aber alles der Reihe nach:

Hindernis und Besorgnis

Von Sandro habe ich schon lange nichts gehört. Eigentlich sollte er schon längst am Parkplatz – Ausgangspunkt für den Skitouren-Übungsleiter-Kurs am nächsten Tag – sein. Komisch.

Als meine Mama mich am Nachmittag – als ich gerade die letzten Besorgungen für Zadar mache – anruft, schwant mir Böses. Und es kommt, wie es kommen muss: Unser Familien-VW-Bus, mit dem wir am nächsten Tag nach Kroatien fahren möchten, ist stehen geblieben, Verdacht auf Motorschaden. Na gut, dann muss halt mein Skoda Roomster herhalten – ein Platzwunder ist er allemal. 2 Räder, 2 große Koffer und noch drei Taschen finden ohne viel Tetris-Spielerei Platz.

Endlich meldet sich Sandro. Ebenfalls mit schlechten Nachrichten: Er steckt mit seinem VW-Bus auf der vermeintlichen Zufahrtsstraße zum Parkplatz im Schnee fest. Später erzählt er mir, dass dies mit mir als Beifahrerin, nicht passiert wäre. Er imitiert mit hoher Stimme: „Bist deppat, do foa ma sicher net eini. Do hilft dir dein Allrad a nix!“. Jap, da erkenn ich mich wieder. 

Zadar wartet!

Sorgen verdrängen! Das Hotel kann nicht mehr storniert werden. Und so betreten meine Mama und ich vergangenen Mittwoch das Falkensteiner Hotel Borik. Im Sommer ein Kinderhotel, im „Winter“ angenehm ruhig und vor allem günstig. Wir waren begeistert von den freundlichen MitarbeiterInnen und den Köstlichkeiten vom Buffet. Einziger Nachteil: Am Abend gibt’s erst ab 18.30 Uhr Abendessen. Nach den Rennrad-Ausfahrten warten wir da dann doch schon mit knurrendem Magen auf diesen Zeitpunkt.

Rennradfahren in Zadar – Tag 1

Nachdem wir am Mittwoch unsere Koffer im Zimmer verstaut haben, schmeißen wir uns in unsere Rad-Outfits. Über bikemap.net plane ich unsere Route, speichere sie auf meinem Garmin und zur Sicherheit auch immer am Smartphone unter „Meine Orte“ bei GoogleMaps. Alle Karten findet ihr hier.

Wir fahren raus aus der Stadt und halten uns Richtung Nin. Die Hauptstraße ist dort zwar stark befahren, ein Ausweichen auf den breiten, gut erhaltenen (bis auf eine Stelle, siehe Foto) Radweg daneben ist aber möglich. Danach folgt eine Überquerung des Meeres über eine – nur steil wirkende – Brücke. Schon sind wir auf der Insel Vir angekommen. Dort drehen wir eine kleine Runde und gelangen auf einem – für Autofahrer gesperrten – Weg direkt an die Küste, wo wir keiner einzigen Menschenseele begegnen.

Rennradfahren in Zadar – Tag 2

Mit wem wir eigentlich regelmäßig eine Begegnung haben, ist Müll. Kaum verlässt man die touristischen Gebiete und Städte, finden sich von Plastikflaschen, Bürostühlen und rostigen Traktoren alles an den Straßen und in der Natur. Hier gibt’s wohl ein massives Abfallentsorgungs-Problem!

Dies bemerken wir auch am zweiten Tag, als wir über Radovin und Posedarje nach Novigrad radeln. Dort machen wir Pause, haben allerdings unsere eigenen Snacks dabei, denn die meisten Cafe- und Gasthäuser haben zu dieser Zeit geschlossen. Danach machen wir uns wieder auf Richtung Zadar. Zwar gibt es auf dieser Runde keine steilen Anstiege, allerdings geht es immer hügelig dahin und auch die wenig steilen Abfahrten verlangen das Treten in die Pedale. Daraus ergibt sich dann doch etwas Müdigkeit, als wir unsere Räder ins Kofferdepot des Falkensteiner-Hotels stellen.

Rennradfahren in Zadar – Tag 3

An Tag 3 zieht der Nebel vom Meer herein. Am Morgen noch kalt, wird es bald wärmer und während wir wieder ins Landesinnere aufbrechen, zeigt sich sogar die Sonne. Wie schon an den Vortagen, staunen wir sehr bei den – für uns – halbfertigen oder alten, kaputten Häusern, die wir im Hinterland entdecken. Wir rollen gemütlich dahin, sehen Hunde dich sich, angekettet mit maximal 3 Metern Auslauf, bemerkbar machen und heruntergekommene Wohnwägen, in denen allem Anschein nach, Menschen wohnen.

An der Küste von Sveti Filip i Jakov angekommen, machen wir Rast und radeln im Anschluss der Küste entlang retour nach Zadar. Hier haben wir 2-3 Verfahrer, da wir nicht von er Küste abweichen wollten und überqueren deshalb auch einmal mehrere Gleise, damit wir wieder auf die Straße retour finden. Danach irren wir noch etwas in der Innenstadt herum – einige Baustellen machen uns das Leben schwer. Bald schaffen wir es aber zur Verbindungsbrücke zwischen Altstadt und dem Rest von Zadar.

Kein Rennradfahren an Tag 4

Schon in der Nacht von Freitag auf Samstag werden wir vom Wind geweckt. Das muss wohl die Bora sein! Am Morgen ist der Wind zwar etwas Weniger, wir entscheiden uns aber, nicht aufs Rad zu steigen. Stattdessen gehen wir zu Fuß zum Einkaufszentrum „SuperNova“ am Rande von Zadar, danach an die Küste und diese dann entlang, durch die Altstadt und zurück zum Hotel. Insgesamt kommen wir an diesem Tag auf knapp 20 Kilometer Fußmarsch. Dieser wurde uns aber zum Teil nicht gerade einfach gemacht. Der Wind verstärkte sich zwischenzeitlich extrem, sodass Straßenschilder umgebogen wurden und wir uns an den Ampelmasten bei den Kreuzungen festhalten mussten. Wahnsinn! Zum Glück sind wir zu diesem Zeitpunkt nicht am Rennrad – das wäre sicher nicht gut ausgegangen!

Über den Dächern von Zadar nach dem Rennradfahren

Fazit

Ich kenne Kroatien nur vom steinigen MTB Etappenrennen 4 Islands und deshalb war ich schon sehr gespannt auf das Rennradfahren in Zadar: Insgesamt ein super Gebiet für ein paar Frühlings-Kilometer am Rennrad. Zwar haben wir die Tage mehr als Urlaub, als als Trainingscamp gesehen, allerdings sind hier sicher viele Kilometer abspulbar. Die Straßen sind meist in perfektem Zustand und nimmt man nicht gerade die großen Hauptstraßen, überholt einen sehr selten ein Auto. Ideale Voraussetzungen also!

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