Skitour Gscheideggkogel und Leobner | Steiermark
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Tourenbericht: Skitour Gscheideggkogel & Leobner

Skitour, Leobner, Gscheideggkogel, Eisenerzer Alpen, Steiermark, basecampas, Bergtour

Tourenplanung gehört bei uns bei einer Skitour unbedingt dazu. Allerdings sind wir bei der Umsetzung in der Praxis dann öfter mal sehr „situationselastisch“. So auch letzten Samstag, als wir eigentlich die Lahnerleitenspitze besteigen wollten und dann doch auf dem Leobner gelandet sind.

(Fast) allein auf dem Gscheideggkogel

Wie immer wenn wir mehr Leute in den Skitourenspuren auf einem Berg erwarten, sind wir sehr früh am Ausgangspunkt. Früh ist für uns 8 Uhr. Das heißt aber auch, dass wir – aufgrund unseres Heimatortes – meist gegen 4 Uhr aufstehen. Als wir allerdings am letzten Parkplatz im Talschluss von Radmer ankommen, sind wir überrascht. Wir sind das zweite Auto. Ich könnte mir vorstellen, dass es hier sonst öfter knapp zugeht mit den Parkplätzen, da der Gscheideggkogel als relativ einfach und sicherer Skitourenberg gilt. Auf einer zuerst sehr eisigen Forststraße geht es direkt vom Parkplatz los.

Nach einigen Metern halten wir uns rechts, die Forststraße schlängelt sich nun immer weiter den Berg hinauf. Bei ausreichend Schnee kann man auch durch den Wald abkürzen. Auf unserer Tour war durch den Wald zwar gespurt aber stellenweise musste man doch sehr vorsichtig steigen, um nicht wegzurutschen. Sandro erwischte es in einer Spitzkehre und ich sah mich schon mit runterrutschen. Er konnte sich aber halten. Hat man die letzten Waldpassagen verlassen, gelangt man auf eine freie Fläche, die an unserem Tourentag bereits sehr verspurt war. Bei Neuschnee sicher eine spaßige Angelegenheit, an unserem Tourentag eher ein K(r)ampf, da die Spuren gefroren sind. Abgefahren sind wir aber ohnehin woanders.

Eher links haltend geht es dann schnurgerade auf den Gipfel des Gscheideggkogels. Ein einheimischer Skitourengeher, der uns bereits im Wald einmal überholt hatte, kommt ein zweites Mal den Berg herauf. Er ist ebenfalls verwundert, dass sonst keine Menschenseele den Weg auf den Gscheideggkogel gefunden hat. Als wir unseren Blick über die umliegenden Berge – allen voran den Lugauer, das steirische Matterhorn, schweifen lassen, sehen wir aber, wo sich wohl mehrere Skitourengeher tummeln: Mit freiem Auge zählen wir auf dem Leobner sicher 15-20 Personen.

Lahnerleitenspitze oder doch Leobner?

Blickt man zurück zum Aufstieg, mussten wir uns nun nach rechts den Kamm entlang halten. Eigentlich wollten wir dann abfahren und eben noch die Lahnerleitenspitze besteigen. Zwei gut gelaunte Damen erreichen aber doch noch kurz nach uns den Gscheideggkogel und erzählen uns, dass sie das Leobner Törl und den Leobner heute noch machen wollen. Schaut eigentlich auch ganz interessant aus und vor allem: Die Sonne lässt ihre Strahlen auf den gesamten Aufstieg des Leobners wachsen. Wir disponieren um. Unsere Felle belassen wir auf den Skiern und bewegen uns teilweise rutschend, teilweise gehend – aber immer mit nervigem angestolltem Schnee auf den Fellen – entlang des Kammes Richtung Leobner Törl. Kurz davor können wir uns entscheiden: Gleich nach rechts, relativ flach direkt zum Anstieg des Leobners oder doch noch ein paar Höhenmeter mehr geradeaus auf das Leobner Törl? Haben wir uns schon jemals ein paar Höhenmeter entgehen lassen? Na also!

Ein paar Höhenmeter später fellen wir zum ersten Mal an diesem Tag ab. Bei angenehmen Plusgraden und der Sonne am Rücken macht das doch gleich noch mehr Spaß. Wir fahren in mäßig steilem Gelände auf recht angenehmen Schnee ca. 200 Höhenmeter ab und stehen nun direkt zwischen Leobner und der Leobner Mauer. Sehr imposant. Einige Skitourengeher kommen von Johnsbach herauf. Wir packen unsere Felle wieder aus und machen uns auf in den Anstieg zum Leobner. Da wir recht zügig vorankommen, sind wir auch relativ alleine in der Spur unterwegs. Noch kurz im Schatten, gelangen wir nach wenigen Spitzkehren wieder in die Sonne. Der Anstieg ist an diesem Tag auch ohne Harscheisen machbar. Das sieht mittlerweile aber bestimmt anders aus.

Ohne Stirnband und nur mit dünnem Funktionsshirt nehmen wir die letzten Meter in Angriff. Ein Tag zum Genießen!

Bereits am Leobner Törl machte ich mir Gedanken zur Abfahrt. Zwar sah der Hang rechts vom Leobner Gipfel schon sehr verspurt, aber trotzdem recht steil aus. Na gut, wird schon gehen. Am Gipfel angekommen, treffen wir die beiden Damen wieder, denen wir bereits am Gscheideggkogel begegnet sind. Alle am Gipfel sind gut drauf, machen Fotos, genießen ihre mitgebrachte Jause und lachen. Hier heroben vergisst man, welche Situation sich seit Monaten – oder eigentlich schon einem Jahr – auf der ganzen Welt abspielt. Schön!

Auch wir füllen unsere Energiespeicher mit Jause, Cola und Fanta auf und wissen nebenbei gar nicht in welche Richtung wir schauen sollen, weil der Fernblick und die Berge ringsherum einfach wunderschön ist. Da wir aber wussten, dass wir nochmal ein Stück den Gegenanstieg zwischen Leobner Törl und Gscheideggkogel mitnehmen mussten, entschieden wir uns bald, abzufellen und abzufahren. Der Hang zwischen Leobner Mauer und Leobner war dann überraschend gut zu fahren, da noch etwas Schattig. Danach wurde es aber eher mühsam für mich. Nasser Schnee, teilweise noch ein bisschen Bruchharsch. Unten dann schmaler Waldweg – weil wir die Forststraße kurz versäumt haben. Alles aber relativ gut machbar, für gute Skifahrer*innen sowieso kein Problem.

Was für ein Tag! Mit dem mehrmaligen an- und abfellen hatte diese Skitour fast schon ein bisschen Abenteuercharakter. Natürlich hat auch das warme, schöne Wetter sein übriges getan, um uns den ganzen Abend noch vom Tag schwärmen zu lassen.

Sandro hat die Tour auch auf seinem Alpenvereinaktiv-Profil geteilt:

Hinweis:

Die Tour wird auf eigene Gefahr unternommen! Es wird keinerlei Haftung bzgl. allfällig gegebener bzw. auftretender Alpingefahren (Lawine, Wetter, etc.) übernommen. Wichtiger Hinweis: Vor jeder Skitour oder Schneeschuhwanderung sollte unbedingt der aktuelle Lawinenbericht eingesehen werden – zu finden unter www.lawine-steiermark.at .

Bergsport und die Beurteilung der Lage vor Ort unterliegt – im Winter umso mehr – vor allem der Eigenverantwortung.  Tourismusverbände oder Lawinenwarndienste können daher keinerlei Haftungen aufgrund von gemachten Angaben übernehmen.

Notfallausrüstung (LVS Gerät, Schaufel, Sonde, Erste-Hilfe-Set usw.) sind selbstverständlich!

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